Die „autonome Szene“ auf dem rechten Weg der bürgerlichen Gesellschaft

EX -Trace wirb zur teilweise kritischen Teilnahme

Diskussionsveranstaltung
Tierrechts-Aktion-Nord (TAN)
6. Juni 2009, im Kölibri, Hein-Köllisch-Platz 12, Hamburg
Der Eintritt ist frei
Programm / Infos: Tierrechts-Aktion Nord

Moderne Autonome propagieren einen Individualismus, den sie gerne als radikal darstellen. Bei genauerer Betrachtung erweist er sich als ein bürgerlicher, der sich hauptsächlich in der vorgeschriebenen Uniformierung von dem der Neoliberalen unterscheidet – radical chic statt Anzug und Krawatte. Beschäftigung mit Theorie über die Wiederholung von Slogans hinaus, politische Arbeit jenseits von erlebnisorientiertem „Krawall und Remmidemmi“ werden verachtet. Es gilt: Die Sorge um den eigenen Lifestyle ersetzt Politik.
Der sich links wähnende Teil der Tierrechtsbewegung hat es bisher versäumt, sich ein eigenes Profil zu geben. Stattdessen eifert er in Optik und politischen Phrasen der „autonomen Szene“ nach. Mit Blick auf die vergangenen Jahre wird dies mehr als deutlich – z.B. anhand der Übernahme des pseudomilitanten Auftretens auf Tierrechtsdemos oder dem Nachahmen des durch die „autonome Szene“ popularisierten Symbols der „Antifaschistischen Aktion“ als „Antispeziesistische Aktion“. Damit trägt dieser Teil der Tierrechtsbewegung jedoch nicht eine radikal linke Politik in die Bewegung hinein, sondern bürgerliche Ideologie.
Einer Tierbefreiungsbewegung, die eine Überwindung der kapitalistischen Produktionsweise anstrebt und eine Versöhnung der Gesellschaft mit der Natur zum Ziel hat, kann solch selbstbezogene Politik nicht dienen. Für sie besteht nicht nur die Gefahr, dass sie weiter im Gleichschritt mit der „autonomen Szene“ auf dem Weg der Affirmation der herrschenden Verhältnisse marschiert, sondern auch, dass die Fähigkeit, kollektiv politisch zu handeln, zerstört wird und erfolgreiche Praxisansätze wie das Kampagnenkonzept vernachlässigt oder sogar aufgegeben werden.
Um diesen Zusammenhang von Reaktionären im linken Gewand und dem Problem des mangelnden eigenen Profils der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung zu beleuchten, lädt die Tierrechts-Aktion-Nord (TAN) zu einer Diskussionsveranstaltung ein.