Archiv der Kategorie 'Berichte'

Anfragen der NPD zur Kückenzuchtanlage Freiberg

Am 13.03. diesen Jahres gab der abgeordnete Winfried Petzold, NPD zwei kleine Anfragen in den Sächsischen Landtag ein. Betitelt waren diese mit „Aufbau einer Zuchtbrutanlage der Aviagen GmbH im Gewerbegebiet Ost an der B173 in 09599 Freiberg ( I )“ und „…( II ) “(1)

In den zwei Dokumenten wird nach möglichen Anzeigen gegen Aviagen, die Zuständigkeit der Ämter, die Zahl der geschaffenen Arbeitsplätze, die Staatliche Förderung und (sehr interessant) nach den Struckturen der Gegenaktivitäten gefragt.

Petzold ist bekannt dafür „massenhaft“ kleine Anfragen einzubringen um die NPD-Fraktion in Sächsischen Landtag im Gespräch zu halten(2). Dies scheint logisch da die Hälfte der Fragen durch eine Sachgerechte Nutzung einer Internetsuchmaschiene hätte beantwortet werden können.
Auf dem ersten Blick scheint aber genau aus dieser die Einleitung zu einer der Fragen zu stammen:

„…Ohne elterliche Fürsorge werden die Kücken aus befruchteten Eiern rechnergesteuert ausgebrütet, maschinell abgefertigt, produziert, aussortierte, verladen, verschickt. Ziel ist eine maximale Eierlegeleistung und eine maximale Fleischproduktion, wobei die Tiere selbst auf ihren ökonomischen Nutzeffekt reduziert und zur „Ware“ degradiert werden….“

Auf den zweiten Blick wird aber deutlich das dieses Zitat durchaus in ein rechtes Weltbild passen kann. So ist das fehlen der „elterlichen Fürsorge“ für ein Weltbild, dessen Grundpfeiler die Familie, eine durch Blut definierte Schicksalsgemeinschaft, steht, natürlich ein Skandal.
Die Kritik an der Degradierung von Tieren zur „Ware“ passt zum einen natürlich auch in einen völkischen Antikapitalismus kann aber auch mit Anthroposophie, Heimatschutz oder rechtem Tierschutz begründet werden. Wie humanitär rechter Tierschutz ist, kann hier nachgelesen werden.

Da eine solche Argumentationen auch bei gestandenen Tierschützern anzutreffen sind, kann hier nur nochmal auf die Notwendigkeit einer emanzipatorischen Intervention und eines kritischen Hinterfragens solcher (Argumentations-)Struckuren und (Argumentations-)Intentionen hingewiesen werden.

Die Anfrage sowie die von Landwirtschaftsminister Kupfer unterzeichneten Antworten können in der Parlamentsdokumentation nachgelesen werden.

------------------------------------------------------------------------

1) http://edas.landtag.sachsen.de , Drucksache 4/14999 und 4/15000

2) http://nip.systemli.org/Article15.html

Wildschweine im Einkaufscenter

Bericht eines Aktivisten
Das Buhlen von Einkaufs-centern um Kunden hat in Chemnitz schon immer zu einem Wettlauf der Veranstaltungen geführt. Neben durchaus guten Veranstaltungen, wie eines Ausstellung preisgekröhnter Pressefotos, hielt bisher vorallem die Gallerie Roter Turm das Copyright für schlechte Veranstaltungen (insektenschau, tierschau, guido westerwelle…). Doch mit nur einer Veranstaltung konnte das an der A4/B95 gelegenen Chemnitz Center da aufschliessen.


Klickt auf das Bild für mehr Bilder

Wie erst spät bemerkt wurden dort vom 27.08 bis 12.09 Tiergatter mittem in der Einkaufspassage aufgestellt. Zwischen Biergärten und Spielplätzen fristeten dort 4 Wildschweine, 2 Waschbären, Fassane, Uhus und Feuersalamander ein Dasein, beim dem es jeden Menschen, der sich für seine Mitlebewesen interessiert, bitter aufstößt.

Sehr interessant ist die Herkunft der Tiere. Uhus wie Fassane und Wildscheine waren „eine Leihgabe“ des Tierparks/Wildgatters Chemnitz. Ein weiters Indiz für die Entscheidungsfindung in der Frage „Tierpark Chemnitz – Tierschutz oder Zirkuss?“.
Noch krasser war allerdings die Herkunft der Waschbären „Heiko“ und „Hermine“: Wenn sie nicht für irgentwelche fragwürdigen PR-Auftritte herumgereicht werden, leben die beiden Tiere IM KINDERSPIELPLATZ des Chemnitz Centers.

Das Motto „Naturschau mit Tieren, Technick, Traditionen“ mutet Zusammen mit dem Tiltel „Wald, Wild, Wunder der Natur“ eher komisch an. Im Stadtmagazin erklärt sich das ganze wie folgt:
„Eine eindrucksvolle Naturschau mit lebensechten Szenarien, Falknervorführungen, Naturlehrpfad, Live-Präparation und zahlreichen Schautafeln informiert über den Lebensraum Wald. Imposanter Mittelpunkt ist die Sonderausstellung der Wolfsregion Lausitz.“

Falknervorführungen…Live-Präparation also wie Jadgmesse ohne Eintritt und mit bessern Gewissen da es ja für Wölfe in Sachsen wirbt. Letztes kann nur als sinnfrei empfunden werden, da Wölfe in Sachsen ungefährt so beliebt sind, wie die Popstars der Vorvorletzten Staffel: Kurzer Hype; dann zum Abschuss frei gegeben…